Interview: Wie funktioniert klimaneutrales Hosting?

Seit Sommer 2012 haben wir mit Mittwald einen Partner für klimaneutrales Webhosting an unserer Seite. Was das bedeutet und umfasst, erklärt Mittwalds Technischer Leiter im Interview.

In zwei Sätzen: Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Maik Behring und ich bin bei Mittwald der CTO, d. h. zu Deutsch der Technische Leiter. Ich bin verantwortlich für den reibungslosen Betrieb der Rechenzentrums- und Serverinfrastruktur.

Stellen Sie Ihr Unternehmen „Mittwald CM Service“ doch einmal kurz vor.

Mittwald ist ein Webhoster, der sich auf die besonderen Anforderungen von Agenturen und Freelancern spezialisiert hat. Im Bereich Reseller-Hosting ist das Unternehmen einer der führenden Dienstleister. In diesem Jahr feiern wir unser 10-jähriges Jubiläum. Inzwischen arbeiten über 90 Mitarbeiter am Unternehmenssitz in Espelkamp (NRW). Hier befindet sich auch unser Rechenzentrum von dem rund 100.000 Websites aufgerufen werden können.

Warum bieten Sie ausschließlich klimaneutrales Webhosting an?

Seit fast drei Jahren beziehen wir ausschließlich Naturstrom aus 100 % Wasserkraft. Wir haben 2011 unser hochmodernes und energieeffizientes Rechenzentrum in Espelkamp bezogen. In diesem Zuge haben wir uns auch für eine ökologische Lösung bezüglich des Stroms entschieden, weil uns ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt und unserem Klima sehr wichtig ist.

Wodurch wird Ihr Webhosting klimaneutral?

Neben dem Bezug von Naturstrom verwenden wir nur moderne Markenhardware – und das in allen Bereichen des Rechenzentrums. Mit der Abwärme aus unserem Rechenzentrum betreiben wir zudem die Heizung in unserem Bürokomplex. So wird keine weitere Öl- oder Gasheizung gebraucht. Das Ganze funktioniert mithilfe einer Wärmepumpe.

Beim Bau des Rechenzentrums und Bürogebäudes haben wir sämtliche elektrische Unterverteilungen mit Strommessgeräten versehen. Auf diese Weise können wir genau beobachten, wo und vor allem wie viel Strom verbraucht wird. Jeder Server, jede Pumpe, etc. wird erfasst und überwacht. So ergibt sich natürlich eine gute Basis, um Einsparmöglichkeiten zu entdecken.

Außerdem nutzen wir das Prinzip der freien Kühlung. Dabei wird zum Kühlen der Server gefilterte Außenluft verwendet. Erst, wenn die Außentemperatur mehr als 18 Grad Celsius beträgt, wird das Rechenzentrum zusätzlich mit klassischer Kompressor-Kühlung klimatisiert.

Auch die sogenannte Kaltgangeinhausung kommt der Umwelt zugute. Hier werden die kalten und warmen Bereiche im Rechenzentrum strikt voneinander getrennt. Dieses Prinzip hat den Vorteil dass nur die Bereiche im Rechenzentrum mit Kaltluft versorgt werden, die sie auch wirklich benötigen. Eine Vermischung von kalter Zulunft und warmer Abluft wird durch die Einhausung vermieden. Desweiteren muss die Zuluft mit weniger Druck eingeblasen werden – so wird weniger Energie für die Ventilation verbraucht. Die Kaltgangeinhausung spart bis zu 30 % der Energie im Bereich der Klimatisierung ein.

An welchen Stellen engagieren Sie sich darüber hinaus für den Klimaschutz?

Mit unserem Partnerprogramm unterstützen wir z. B. Plant-for-the-Planet. Dabei handelt es sich um eine Kinder-Organisation, die sich für eine Aufforstung in der ganzen Welt engagiert und so einen CO-Ausgleich schaffen will. Über zwölf Milliarden Bäume wurden bisher in 193 Ländern gepflanzt. Kunden, die am Partnerprogramm teilnehmen, können ihre Provisionen für Vermittlungen direkt in unserem Kundencenter an Plant-for-the-Planet spenden und so unserer Umwelt ein Geschenk machen.

Planen Sie, Ihr ökologisches Engagement insgesamt noch stärker auszuweiten?

Auch in Zukunft werden wir natürlich unserem ökologischen Prinzip treu bleiben und kontinuierlich prüfen, an welchen Stellen wir noch Energie einsparen können.

Vielen Dank!