Mein Weg zur schönen Schrift

Auch in diesem Jahr haben wir wieder das Glück, dass wir verschiedene Workshops und Seminare besuchen dürfen. Mein Wunsch: mich mal wieder so richtig kreativ austoben. Da mich das Thema Handlettering schon seit einiger Zeit fasziniert und ich gern wieder eine schönere Handschrift hätte, machte ich mich auf die Suche nach solch einem Workshop und landete schließlich bei der Kritzelfee in Hamburg.

Am 1. April ging es in einer gemütlichen buntgemischten Runde von acht Frauen – scheinbar spricht dieses Thema eher Frauen als Männer an – nach einer kurzen Vorstellungsrunde los. Gleich zu Anfang machte mir die Kritzelfee, Martje, Mut: Auch wenn man keine hübsche Handschrift hat, kann man wunderschöne Letterings zaubern.

Unsere Lernziele für den Tag:

  • Verschiedene Schriften und Effekte kennenlernen
  • Schreiben mit dem Brushpen und die Wirkung verschiedener Stifte und Farben
  • Brushlettering, Flourishing, Bandlettering
  • Mit kleinen Kniffen das Schriftbild verfeinern
  • Buchstaben tanzen lassen
  • Zitate in Form, Licht und Schatten setzen

Brushlettering – Schreiben mit dem Pinselstift

Nach einer kurzen Einleitung in die Grundlagen des Handletterings, ging es gleich an die Praxis. Wir probierten unterschiedliche Schriften aus und machten beim Brushlettering erste Erfahrungen mit dem Brushpen. Gar nicht so einfach, wenn man sich gleichzeitig darauf konzentrieren muss, den Stift auf 10°-Stellung zu halten und die Strichstärke von schmal bis breit allein durch den unterschiedlichen Druck auf die Stiftspitze zu kontrollieren. Wir haben zuerst mit ganz einfachen Formen begonnen, bis wir uns an die kleinen Buchstaben des Alphabets herangetraut haben. Etwas später waren dann die großen Buchstaben von A bis Z an der Reihe und die Aneinanderreihung der einzelnen Buchstaben zu ganzen Wörtern. Wir haben uns schnell in die Grundschulzeit zurückversetzt gefühlt, denn alle diese Schreibübungen haben wir auf Linienpapier gemacht, wie man es aus der Grundschule kennt. Und fast allen ist ein Fehler passiert, den Martje uns schon vorhergesagt hatte: Wenn man sich so sehr auf die einzelnen Buchstaben konzentriert, kann es schon mal passieren, dass man beim Lettering den ein oder anderen Buchstaben vergisst.

Ostereier, Schnörkel und Ranken

Nachdem wir uns mit dem Brushpen und den Brushlettering-Buchstaben vertraut gemacht hatten, ging es eine Stufe weiter. Wir ließen die Buchstaben tanzen – erst ganze Wörter auf geschwungenen Linien, dann einzelne Buchstaben eines Wortes. Noch eine Stufe weiter schrieben wir Zitate in eine dazu passende Form, zum Beispiel „Frohe Ostern“ in ein Osterei. Zum Schluss zeigte uns Martje noch etwas sehr Schönes: das Flourishing. Das sind florale Elemente, Schnörkel und Blumenranken, die man verwenden kann, um schön gesetzten Zitaten das i-Tüpfelchen aufzusetzen.

Nach diesem Workshop fühlten wir uns alle zufrieden, entspannt und glücklich geschafft. Mein Fazit: Ich habe entdeckt, Lettering ist genau mein Ding und es hat sogar einen tollen Nebeneffekt – eine beruhigende meditative Wirkung. Nun heißt es üben, üben, üben, damit ich bald wunderschöne Letterings zaubern kann – gern auch für unsere Kunden!