Was gibt’s Neues?

Schusterjunge und Hurenkind – zwei Begriffe aus der Typografie

Heute morgen musste ich erstmal einen Schusterjungen entfernen. Ja genau, ich musste die Absätze in diesem Text neu setzen, damit er endlich verschwindet. Denn beim Schusterjungen und beim Hurenkind handelt es sich um Begriffe aus dem Bereich der Typografie. Sie spielen also immer dann eine Rolle, wenn es um das Layout eines Textes geht.

Im 19. und 20. Jahrhundert sind die Begriffe im Handwerk der Drucker und Schriftsetzer entstanden. Obwohl es die Berufe heutzutage nicht mehr gibt, verwendet man die Bezeichnungen noch in anderen Bereichen. Wer mit Layout- oder Office-Programmen wie beispielsweise InDesign, QuarkXPress oder Microsoft Word arbeitet, trifft zwangsläufig auf sie. Und so kommt es, dass Mediengestalter manchmal von Hurenkindern und Schusterjungen sprechen. Doch was genau ist das?

Als Hurenkind oder auch Witwe wird die letzte Zeile eines Absatzes bezeichnet, wenn diese gleichzeitig die erste Zeile auf einer neuen Seite beziehungsweise in einer neuen Spalte ist. Dies stört den Lesefluss, da der Satz ohne sinnvollen Kontext auf der neuen Seite fortgesetzt wird. Der Leser muss also gegebenenfalls einmal zurückblättern, um den ganzen Satz lesen zu können. Außerdem sieht die Seite optisch nicht sehr ansprechend aus, wenn sie mit einem halben Satz startet. Die Zeile wird Hurenkind genannt, weil sie genau wie dieses ihre Herkunft verloren hat.

Als Schusterjunge oder auch Waise wird die erste Zeile eines Absatzes bezeichnet, die alleine am Seiten- oder Spaltenende steht und erst auf der nächsten Seite fortgesetzt wird. Er fällt meistens nicht unbedingt auf, aber stört vor allem dann, wenn man eine bestimmte Seite aufschlägt und dort anfangen möchte zu lesen. Weil sich die Zeile so vorwitzig wie ein Schusterjunge auf die vorherige Seite wagt, hat sie diesen ungewöhnlichen Namen bekommen.

Grundsätzlich kann man Hurenkinder und Schusterjungen entfernen, indem man Absätze oder Umbrüche anders setzt, zum Beispiel früher oder später im Text. Außerdem gibt es profesionelle DTP-Satzprogramme (wie InDesign) oder Textverarbeitungsprogramme (wie Word), die über ein automatisiertes Werkzeug zur Absatzkontrolle verfügen. Bei Microsoft Word kann man beispielsweise über „Start“ > „Zeilen- und Absatzabstand“ die „Absatzkontrolle“ aktivieren.

Wenn man über weiterführende Kenntnisse verfügt, kann man das Problem auch mit manuellen Einstellungen lösen. Durch Anpassung vom Kerning, Laufweite, Durchschuss und Zeilenumbruch innerhalb der Software. Ansonsten hilft nur eine Texterweiterung oder -verkürzung oder die Benutzung von unterschiedlich langen Synonymen.

Hurenkind und Schusterjunge sind also keinesfalls Beleidigungen. Vielmehr kann man sie als veraltete Begriffe beschreiben, die auch heute noch verwendet werden. Einen alter Merksatz zur Unterscheidung, der beiden: „Ein Schusterjunge muss unten im Keller arbeiten, ein Hurenkind steht oben verloren auf der Straße“.

Schusterjunge und Hurenkind – zwei Begriffe aus der Typografie

Heute morgen musste ich erstmal einen Schusterjungen entfernen. Ja genau, ich musste die Absätze in diesem Text neu setzen, damit er endlich verschwindet. Denn beim Schusterjungen und beim Hurenkind handelt es sich um Begriffe aus dem Bereich der Typografie. Sie spielen also immer dann eine Rolle, wenn es um das Layout eines Textes geht.

Im 19. und 20. Jahrhundert sind die Begriffe im Handwerk der Drucker und Schriftsetzer entstanden. Obwohl es die Berufe heutzutage nicht mehr gibt, verwendet man die Bezeichnungen noch in anderen Bereichen. Wer mit Layout- oder Office-Programmen wie beispielsweise InDesign, QuarkXPress oder Microsoft Word arbeitet, trifft zwangsläufig auf sie. Und so kommt es, dass Mediengestalter manchmal von Hurenkindern und Schusterjungen sprechen. Doch was genau ist das?

Als Hurenkind oder auch Witwe wird die letzte Zeile eines Absatzes bezeichnet, wenn diese gleichzeitig die erste Zeile auf einer neuen Seite beziehungsweise in einer neuen Spalte ist. Dies stört den Lesefluss, da der Satz ohne sinnvollen Kontext auf der neuen Seite fortgesetzt wird. Der Leser muss also gegebenenfalls einmal zurückblättern, um den ganzen Satz lesen zu können. Außerdem sieht die Seite optisch nicht sehr ansprechend aus, wenn sie mit einem halben Satz startet. Die Zeile wird Hurenkind genannt, weil sie genau wie dieses ihre Herkunft verloren hat.

Als Schusterjunge oder auch Waise wird die erste Zeile eines Absatzes bezeichnet, die alleine am Seiten- oder Spaltenende steht und erst auf der nächsten Seite fortgesetzt wird. Er fällt meistens nicht unbedingt auf, aber stört vor allem dann, wenn man eine bestimmte Seite aufschlägt und dort anfangen möchte zu lesen. Weil sich die Zeile so vorwitzig wie ein Schusterjunge auf die vorherige Seite wagt, hat sie diesen ungewöhnlichen Namen bekommen.

Grundsätzlich kann man Hurenkinder und Schusterjungen entfernen, indem man Absätze oder Umbrüche anders setzt, zum Beispiel früher oder später im Text. Außerdem gibt es profesionelle DTP-Satzprogramme (wie InDesign) oder Textverarbeitungsprogramme (wie Word), die über ein automatisiertes Werkzeug zur Absatzkontrolle verfügen. Bei Microsoft Word kann man beispielsweise über „Start“ > „Zeilen- und Absatzabstand“ die „Absatzkontrolle“ aktivieren.

Wenn man über weiterführende Kenntnisse verfügt, kann man das Problem auch mit manuellen Einstellungen lösen. Durch Anpassung vom Kerning, Laufweite, Durchschuss und Zeilenumbruch innerhalb der Software. Ansonsten hilft nur eine Texterweiterung oder -verkürzung oder die Benutzung von unterschiedlich langen Synonymen.

Hurenkind und Schusterjunge sind also keinesfalls Beleidigungen. Vielmehr kann man sie als veraltete Begriffe beschreiben, die auch heute noch verwendet werden. Einen alter Merksatz zur Unterscheidung, der beiden: „Ein Schusterjunge muss unten im Keller arbeiten, ein Hurenkind steht oben verloren auf der Straße“.